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Anno dazumal

Opa Chrischan

© Petra Gramkow. Kopieren/Teilen nicht gestattet.

Als ich noch ein kleines Mädchen war, gab es auch bei uns im Dörfchen Bauersdorf (Gemeinde Lammershagen) noch keine moderne Technik wie man sie heute in der Landwirtschaft kennt. Die meisten Arbeiten wurden schweißtreibend aus eigener Kraft erledigt. Auch mein Opa Chrischan (Christian) nahm Hacken, Spaten, Schaufeln und Rechen zur Hand, die so schwer waren, dass ich sie kaum heben konnte. Eine große Erleichterung waren die beiden Pferde, hinter denen Opa mit dem schweren Pflug seine Bahnen über den unendlich anmutenden Acker zog.

Damit die Feldarbeit einigermaßen zügig erledigt werden konnte, hieß es für ihn schon morgens um 3 Uhr aus den Federn zu springen und die Pferde anzuspannen. Wer hart arbeitet, der braucht was Kräftiges zum Essen. Ich brachte ihm deshalb einen Korb auf das Feld, der mit deftige Stullen und Getränken gefüllt war. Oma Emma hatte die Brotscheiben von einem Laib abgeschnitten, den sie vor ihren Bauch hielt. Ich war immer ganz erstaunt, wie sie das schaffte, ohne sich mit der langen Klinge zu verletzen. Sie belegte die Stullen mit Mett- und Leberwurst oder bestrich sie mit Schmalz, was von unseren eigenen Schweinen stammte. Dazu gab es Milch oder Saft von Beeren und Früchten aus unserem Garten. Die Flaschen waren mit einer roten Gummihaube oder einem Bügeldeckel verschlossen. Opa langte in seinen Pausen kräftig zu. Danach zog er ein bisschen an seiner Pfeife oder steckte sich einen kurzen Zigarrenstummel in den Mundwinkel und dann ging es wieder an die Arbeit bis spät in die Nacht hinein.

Mit seiner groben Cordhose, der grauen Arbeitsjoppe, langer Schürze und den derben schwarzen Gummistiefeln stapfte er hinter den beiden Ackergäulen durch die frische Furche. Dabei musste er aufpassen, dass die Pferde schön geradeaus zogen. Dann hatten Liese und Lotte erst mal ein wenig Verschnaufpause. Mein Opa leider nicht, denn die Saat musste ausgebracht werden. Das wurde natürlich auch per Hand erledigt. Er klemmte sich einen großen, mit Körnern gefüllten, Eimer unter den Arm. Bei jedem zweiten Schritt nahm er eine Hand voll heraus und verteilte diese in weitem Schwung auf dem Feld. Die Vögel kamen in Scharen, um sich daran gütlich zu tun, deshalb war Eile angesagt. Nun war die ruhige Zeit für die beiden Pferde vorbei. Sie wurden hinter die Egge gespannt, um die Saat zuzudecken. So hatten die gefiederten Diebe keine Chance mehr.

Zu Opas Zeiten gab es noch kein Unkrautvernichtungsmittel. Auch hier hieß es Hand anzulegen, um den Acker sauber zu halten, damit die Pflänzchen Luft und Licht bekamen. Opa und Oma rissen die (Un)kräuter mit der Hand aus oder nahmen große Hacken, die sie auch zum Rübenhacken und Kartoffeln ´hüpeln´ benutzten. Kartoffeln sammelten sie per Hand in große Körbe. Gerste, Roggen und Hafer pflanzte Opa natürlich auch selber an. Geerntet wurde mit der Sense. Das gefallene Stroh mit den Ähren wurde in handliche Garben gebunden, die auf den Pferdewagen geworfen und nach Hause gebracht wurden. Dort droschen meine Großeltern das Getreide in einem Holzdrescher so dass die Körner nur so aus den Hülsen flogen. Zum Schluss wurden diese in große Säcke geschaufelt. Der Hafer war als Futter für die Pferde gedacht, das restliche Getreide brachte Opa zur Mühle, damit daraus Mehl gemacht werden konnte. Alle Aufgaben waren sehr anstrengend, machten den Rücken  krumm und die Gelenke schmerzten vom Verschleiß. Irgendwie nahm die Arbeit kein Ende, doch ich hörte nie jemanden klagen.

Die Arbeiten mussten zügig erledigt werden, denn es gab noch keinen Wetterbericht nach welchem man sich hätte richten können. Die jahrelange Erfahrung sagte den Landleuten, wann es Zeit war, mit der Feldarbeit zu beginnen. Meist stimmten ihre Prognosen. Opa Chrischan stand zusätzlich zu seiner eigenen Arbeit als Landvoigt den Dörflern zur Seite und war von dem Gutsherren auf Lammershagen zum Verwalter berufen.

Aber wie mühselig und erschöpfend die schwere Landarbeit für die damalige Landbevölkerung auch war, oft fand man sich bei Mund- und Ziehharmonikamusik auf der Tenne einer Landstelle zusammen, sang gemeinsam Lieder oder wagte gar ein Tänzchen. Man freute auf die hoffentlich gute Ernte im nächsten Jahr.

Text/Foto: Petra Gramkow

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